Zuckerfrei oder „ohne Zuckerzusatz“? Der Unterschied einfach erklärt
„Zuckerfrei“, „ohne Zuckerzusatz“, „zuckerarm“ – auf Süßwaren lesen sich diese Begriffe ähnlich. Sie bedeuten aber Unterschiedliches, und jeder davon ist in der Europäischen Union genau geregelt. Hersteller dürfen sie nur verwenden, wenn das Produkt die jeweiligen Bedingungen erfüllt.
Die Regeln im Überblick
Grundlage ist die EU-Verordnung über nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben (Verordnung (EG) Nr. 1924/2006). In ihrem Anhang steht, wann eine Angabe zum Zucker erlaubt ist:
| Angabe | Was sie bedeutet |
|---|---|
| zuckerfrei | höchstens 0,5 g Zucker pro 100 g bzw. 100 ml |
| ohne Zuckerzusatz | es wurden keine Einfach- oder Zweifachzucker und keine anderen wegen ihrer süßenden Wirkung verwendeten Lebensmittel zugesetzt. Enthält das Produkt von Natur aus Zucker, muss zusätzlich „enthält von Natur aus Zucker“ angegeben werden. |
| zuckerarm | höchstens 5 g Zucker pro 100 g (feste Lebensmittel) bzw. 2,5 g pro 100 ml (Getränke) |
| mit reduziertem Zuckeranteil | mindestens 30 % weniger Zucker als vergleichbare Produkte |
„Zuckerfrei“ – fast kein Zucker im Produkt
Bei „zuckerfrei“ zählt das Ergebnis: Im fertigen Produkt dürfen höchstens 0,5 g Zucker pro 100 g stecken. Das gilt für allen Zucker, also auch für Zucker, der von Natur aus in Zutaten vorkommt. Bei :Diablo tragen zum Beispiel die Fruchtgummis und die Muffins diese Angabe.
„Ohne Zuckerzusatz“ – kein Zucker hinzugefügt
Bei „ohne Zuckerzusatz“ geht es um das Rezept: Es wird kein Zucker zugegeben, auch kein Honig, Sirup oder Fruchtdicksaft zum Süßen. Zutaten wie Milch, Nüsse oder Früchte können aber von Natur aus Zucker enthalten – deshalb kann ein Produkt „ohne Zuckerzusatz“ trotzdem etwas Zucker enthalten. Wie viel, steht in der Nährwerttabelle unter „davon Zucker“. Die meisten Schokoladen, Kekse und Kuchen von :Diablo sind „ohne Zuckerzusatz“.
Und woher kommt dann die Süße?
Statt Zucker werden Süßungsmittel eingesetzt, etwa Steviolglycoside aus der Stevia-Pflanze oder Zuckeralkohole wie Maltit. Welche Süßungsmittel ein Produkt enthält, steht immer in der Zutatenliste. Mehr dazu lesen Sie in unserem Ratgeber Stevia, Maltit, Erythrit: Süßungsmittel erklärt.
So lesen Sie die Verpackung richtig
- Nährwerttabelle: Die Zeile „davon Zucker“ zeigt, wie viel Zucker insgesamt drin ist – egal ob zugesetzt oder natürlich.
- Kohlenhydrate: Zuckeralkohole (Polyole) zählen zu den Kohlenhydraten und werden in der Nährwerttabelle oft eigens ausgewiesen.
- Zutatenliste: Hier sehen Sie, welche Süßungsmittel verwendet werden. Produkte mit Süßungsmitteln müssen den Hinweis „mit Süßungsmittel(n)“ tragen.
- Energie: Weniger Zucker heißt nicht automatisch weniger Kalorien – Fett und andere Zutaten liefern ebenfalls Energie.
Kurz gesagt
„Zuckerfrei“ beschreibt, wie viel Zucker im Produkt ist (fast keiner). „Ohne Zuckerzusatz“ beschreibt, dass beim Herstellen keiner hinzugefügt wurde. Beides ist eine gute Orientierung, wenn Sie auf Zucker achten – der Blick auf Nährwerttabelle und Zutatenliste lohnt sich trotzdem.




